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Existenzängste als Freelancer: Mit diesen Tipps überwindest du sie!

Existenzängste als Freelancer überwinden

Fiese Existenzängste, jeder kennt sie: „Was, wenn ich nicht genug Geld verdiene, um meine Lebenshaltungskosten zu decken? Was, wenn ich meine Miete nicht mehr zahlen kann? Was, wenn ich unter der Brücke lande?“

Kennst du diese Gedanken? Würdest du dich gerne als Freelancer selbstständig machen und ein ortsunabhängiges Leben führen, aber Existenzängste halten dich davon ab? Ich denke, die meisten von uns, die diesen Schritt bereits gegangen sind oder darüber nachdenken, ihn zu gehen, kennen dieses Kopfkino.

Das Thema Existenzängste spielt gerade zu Beginn der Selbstständigkeit eine sehr große Rolle und jeder hat mit ihnen zu kämpfen. Daher möchte ich dir in diesem Beitrag erklären, woher diese Ängste überhaupt kommen und warum sie oft unbegründet bzw. nur in unserem Kopf sind. Außerdem möchte ich dir ein paar Gedankenanstöße geben, wie du zukünftig besser mit Existenzängsten umgehen kannst, so dass sie dich nicht mehr lähmen und davon abhalten, deinen Traum zu realisieren.

Woher kommen Existenzängste?

Vor allem in Deutschland wachsen wir mit einem großen Sicherheitsbedürfnis auf. Die Gesellschaft schreibt uns quasi vor, immer schön im System zu bleiben und bloß keine großen, “gefährlichen” Sprünge zu wagen. Sich selbstständig zu machen gilt als riskant. Wenn du selbst eigentlich gar nicht so denkst, wird dir mindestens eine Person in deinem Umfeld von einer Selbstständigkeit abraten, weil du scheitern könntest. Und dann? Ja, was ist dann eigentlich? Hast du dann dein ganzes Leben verpfuscht und kannst nie wieder Geld verdienen? Musst du dann wirklich unter der Brücke leben?

Viele unserer Mitmenschen sind eher ängstlich und leben nach dem Motto: “Das geht doch aber so nicht.” Aber nur, weil es für sie nicht geht, heißt das nicht, dass es für dich nicht geht.

Existenzängste als Freelancer sind oft unbegründet
Existenzängste als Freelancer sind oft unbegründet

Sind wir mal ehrlich: Wir Deutschen sind durch unser Sozialsystem in allen Lebenslagen sehr viel abgesicherter, als es so manch ein Staatsbürger eines anderen Landes ist. Haben wir wirklich etwas zu verlieren, wenn wir uns selbstständig machen? Sind unsere ganzen Existenzängste nicht eigentlich eher unnötig?

Das soziale Netz fängt uns auf und unterstützt uns finanziell, falls alle Stricke reißen sollten und es mit deiner Selbstständigkeit so ganz und gar nicht funktioniert. Angenommen, du machst dich als Freelancer selbstständig: Wenn du weiterhin in Deutschland lebst, kannst du für den leichteren Start einen Gründungszuschuss beantragen und dir somit finanzielle Unterstützung hinzuholen.

Aber was ist, wenn du – so wie ich – im Ausland starten willst und irgendwann vielleicht feststellst, dass dein Plan nicht funktioniert und du nicht genügend Geld verdienst, um davon leben zu können? Was passiert dann? Es ist ganz einfach: Dann kannst du jederzeit zurück nach Deutschland gehen, dich wieder anmelden und dir einen Job suchen. Unter Umständen hast du dann sogar noch Anspruch auf Arbeitslosengeld von deiner letzten Anstellung oder zumindest Anspruch auf eine Grundsicherung im Rahmen von Hartz IV.

Meinst du so eine Absicherung gibt es in vielen anderen Ländern auf dieser Welt? Wenn man das Ganze so betrachtet, hat man eigentlich nicht besonders viel zu verlieren, finde ich. Für mich hat diese Denkweise jedenfalls dazu geführt, dass ich vor dem Projekt Selbstständigkeit im Ausland nicht mehr so viel Angst hatte und das Ganze recht locker angegangen bin.

Wie gehe ich mit Existenzängsten um?

Dich überkommen manchmal Ängste und Zweifel, ob die Selbstständigkeit wirklich der richtige Weg für dich ist? Oft hilft es, diese Gedanken und Ängste einmal aufzuschreiben. Viel zu oft hängen wir in einer Gedankenschleife fest, die uns lähmt und kein Stück weiterbringt. Das Aufschreiben hilft, sie zu Ende zu denken und eine Lösung zu finden. In den meisten Fällen kreisen unsere Gedanken nämlich nur um das Problem und nicht um das Finden einer Lösung.

Ich möchte dir nun zwei wichtige Tipps geben, wie du zukünftig besser mit deinen Existenzängsten umgehen kannst – ganz weggehen werden sie wahrscheinlich erst mal nicht. Aber du kannst auf jeden Fall lernen, mit ihnen umzugehen und sie durch einfaches Umdenken nicht mehr so bedrohlich erscheinen lassen.

1. Sei realistisch!

Überlege dir ganz konkret, wovor du eigentlich genau Angst hast. Ist diese Existenzangst begründet und realistisch? Oder ist sie nur ein fieses Hirngespinst? Schreibe dir dein „Worst Case“-Szenario in allen Details auf und überlege dir, was die Folgen wären, wenn dein Vorhaben nicht funktioniert. Würdest du wirklich auf der Straße landen und nie wieder einen Job finden? Oder bekämst du erstmal Unterstützung von Familie, Freunden und Vater Staat? Wahrscheinlich eher letzteres, oder? Deshalb hilft es, wenn du dir zu deinem „Worst Case“-Szenario auch den dazugehörigen Notfallplan aufschreibst. Was konkret kannst du tun, wenn es nicht klappt? Meistens wird es darauf hinauslaufen, dass du dich einfach wieder auf einen ganz normalen 9-to-5-Job bewirbst und dein Leben „ganz normal“ weiterverläuft. Dieser Plan B kann deinem Kopf vielleicht die nötige Ruhe geben.

Und dann male dir auch das „Best Case“-Szenario in allen Facetten aus. Wie würde dein Leben aussehen, wenn dein großes Vorhaben funktioniert? Wie würdest du dich fühlen? Was würdest du machen? Welche Freiheiten hättest du? Wie würdest du leben?

Was, wenn´s klappt?
Was, wenn´s klappt?

Werde dir darüber bewusst, wie realistisch deine Existenzängste sind. Die meisten von uns werden feststellen, dass sie vermutlich nicht wirklich in Obdachlosigkeit und Armut enden würden. Du hast also gar nicht so viel zu verlieren, wie du vielleicht auf den ersten Blick denkst.

2. Lenk dich ab!

Wenn du es nicht schaffst, aus deinem Gedankenkarussell auszusteigen und dich durch Rationalität aus deinen Existenzängsten herauszuholen, dann lenke dich ab. Komme aus deinem Kopf in deinen Körper und bewege dich. Gehe spazieren, mache Sport oder triff dich mit Freunden. Manchmal kommen wir durch das Grübeln nicht weiter und das Einzige, was hilft, um wieder klar denken zu können, ist Ablenkung.

Wie minimiere ich Existenzängste?

Um gar nicht erst so große Existenzängste zu bekommen, hilft es dir vielleicht, deine äußeren Umstände und dein Mindset zu verändern. Gerade am Anfang deiner Selbstständigkeit kann es sein, dass du eher wenig Geld verdienen wirst und dich langsam an die ganze Sache herantasten musst. Daher hilft es enorm, wenn du deine Ansprüche und auch deinen Lebensstandards anpasst, so dass du nicht jeden Monat mindestens 3.000 Euro verdienen musst, um deine Fixkosten bezahlen zu können. Mit den folgenden Tipps kannst du dir ein Umfeld schaffen, in dem du weniger Existenzängste haben musst.

Sei bescheiden

Brauchst du wirklich den Vertrag im Fitnessstudio, obwohl du nie hingehst? Brauchst du wirklich jeden Monat neue Klamotten? Musst du wirklich alleine in einer Dreizimmer-Wohnung wohnen? Indem du unnötige Verträge kündigst und auf überflüssigen Luxus verzichtest, kannst du deine Lebenshaltungskosten senken und bist finanziell unabhängiger. Überlege dir, ob es für dich möglich ist, deinen Lebensstandard zumindest am Anfang deiner Selbstständigkeit herunterzufahren, um mit weniger Einkommen auszukommen. So hast du keine großen finanziellen Verpflichtungen und kannst entspannter an die Sache herangehen.

Sei flexibel

Vor allem zu Beginn deiner Selbstständigkeit kann es sein, dass du noch nicht zu hundert Prozent von den Einnahmen leben kannst. In diesem Fall kannst du dir entweder einen zusätzlichen Nebenjob suchen oder du lebst (vorübergehend) in einem Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten und machst dir die Vorteile von Geoarbitrage zu Nutze. In Südostasien brauchst du zum Beispiel nicht annähernd so viel Geld zum Leben wie in Deutschland. Wenn du dich als Freelancer ortsunabhängig selbstständig machen willst, geht das auch von Thailand oder Bali aus. Da das Thema Ausland gerade zu Beginn der Selbstständigkeit so interessant ist, habe ich hier einen eigenen Beitrag zum Thema Geoarbitrage geschrieben.

Verschaffe dir ein finanzielles Polster

Lege dir einen finanziellen Puffer zu, mit dem du im Zweifelsfall ein paar Monate über die Runden kommst. Das gibt dir ein Gefühl der Sicherheit und nimmt dir den Druck, falls es mal nicht so rund läuft.

Finanzielle Rücklagen helfen gegen Existenzängste
Finanzielle Rücklagen helfen gegen Existenzängste

Sei geduldig

Erfolg passiert nicht über Nacht. Wirf nicht nach den ersten zwei Wochen alles hin, weil es noch nicht so klappt, wie du dir das vorgestellt hast. Deinen Erfolg als Freelancer musst du dir mit Fleiß und Geduld erarbeiten.

Sei mutig

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wie der Volksmund schon sagt, sollten wir uns von der Angst nicht lähmen lassen. Besser ist es, ins Handeln zu kommen, Lösungen zu finden und sich nicht von der gesellschaftlichen Norm und den Ängsten anderer ausbremsen zu lassen.

Wann sind Existenzängste berechtigt?

Ängste haben manchmal durchaus ihre Berechtigung und wollen uns unter Umständen vor Dummheiten bewahren. Ganz blauäugig solltest du deine Selbstständigkeit nämlich auch nicht starten. Überlege dir vorher gut, ob du es dir leisten kannst, weniger zu verdienen oder ob du deine Fixkosten senken kannst und dazu vor allem auch bereit bist.

Wenn du verschuldet bist, ein Haus abbezahlen und drei Kinder versorgen musst und absolut nicht auf deinen jährlichen Luxusurlaub verzichten kannst, sind das vielleicht nicht die besten Voraussetzungen, um sich als Freelancer selbstständig zu machen. In diesem Fall sind deine Existenzängste dann unter Umständen berechtigt. Wenn du dich in einer solchen Situation befindest, musst du dem Projekt Selbstständigkeit absolute Priorität einräumen und es wirklich wollen. Dann lassen sich auch in einer solchen Lebenssituation Lösungen finden. Vielleicht kannst du nebenberuflich starten und verlierst so die “Sicherheit” eines festen Gehalts nicht? Zu einer Doppelbelastung gehört jedoch echter Wille! Sei dir dessen einfach bewusst.

Du bist nicht verschuldet, hast kein Haus und keine Kinder? Dann los! Keine Ausreden mehr! Dein Risiko ist wirklich sehr begrenzt, so dass dich nichts mehr davon abhalten sollte, endlich durch deine Angst hindurchzugehen und anzufangen! 🙂

 

Wie du merkst: Existenzängste haben die meisten von uns und oft sind sie in unserem Kopf viel größer, als sie in der Realität sein müssten. Wichtig ist, dass wir uns darüber klar werden, ob diese Ängste uns helfen oder uns im Weg stehen. Wenn wir feststellen, dass sie uns nur im Weg stehen, können wir lernen, mit ihnen umzugehen und sie zu minimieren, indem wir selbst ein für uns passenderes Umfeld schaffen.

Was ist für dich schlimmer? Einfach weiterhin ein Leben zu führen, in dem du nicht glücklich bist und dich nicht verwirklichen kannst? Oder den Versuch zu wagen, dich selbstständig zu machen und dir ein geiles Leben aufzubauen – und dabei das kleine Risiko einzugehen, dass es vielleicht nicht sofort so funktioniert, wie du es dir vorgestellt hast? Dass du im letzteren Fall im sicheren Netz des deutschen Sozialstaates landest und vielleicht mal drei Monate arbeitslos bist bis du dann wieder in einem „normalen“ Job anfängst und dein Leben ganz genau so weitergeht wie vorher, hatten wir ja schon besprochen. 😉

Wie gehst du mit Existenzängsten um? Hast du Tipps und Tricks, wie du das Kopfkino leiser drehen kannst? Ich freue mich auf einen Austausch mit dir in den Kommentaren!

    Nadine

    The author Nadine

    Hey, ich bin Nadine. Ich möchte Dich dabei unterstützen, Dir einen freien und selbstbestimmten Lifestyle aufzubauen! Auf Office Journey erfährst Du alles über meinen Start in die ortsunabhängige Selbstständigkeit!

    2 Kommentare

    1. Liebe Nadine,

      das ist ein toller Artikel und du sprichst etwas an, was mir auch sehr wichtig ist:

      ja, blauäugig soll man nicht sein (das bedeutet nicht man soll Angst haben, sondern planen und etwas vorsorgen), aber die meisten Ängste sind unbegründet. Denn wie du sagst, wenn es nicht (sofort) klappt, kann man immer noch zurück, sich einen (Neben-) Job suchen und entweder so weitermachen oder es nochmal angehen.

      Das Risiko ist so gesehen nicht vorhanden! Geld lässt sich nämlich immer wieder verdienen. Und die “Lücke” im Lebenslauf ist keine “Lücke” sondern ein PLUS an Wissen und Erfahrung! Für einen persönlich und auch für viele zukünftige Chefs.
      Ich habe es vor über einem Jahr auch so gemacht (nach fast 20 Jahren Büro, yikes!) und es tut mir wirklich Leid, wenn sich jemand aus den oben genannten Gründen nicht traut, denn es ist absolut machbar.

      Und zum Geldsparen bevor es losgeht gibt es auch viel praktisches zu sagen, aber das wäre jetzt zuviel. Auch für Normalverdiener machbar 🙂

      Viele Grüße,

      Christina

      1. Hallo Christina,

        freut mich wirklich sehr, dass du da ganz genau dieselben Erfahrungen gemacht hast! Ich bin sicher, dass deine Worte vielleicht dem ein oder anderen hier den letzten Motivationsschubs geben werden, um endlich loszulegen! Danke dafür! 🙂

        Und ja, zum Thema Geld sparen könnte ich einen extra Artikel schreiben. 😀 Geld ist halt auch nur Geld. Wenn man sich wirklich einen finanziellen Puffer für seine Selbstständigkeit aufbauen will, kann wirklich jeder an so manchen Ecken Geld einsparen. In meinen Augen ist jeder in der Lage, auch mal für eine Zeit lang mit weniger auszukommen. Ich habe es auch nicht anders gemacht. Gerade in Deutschland leben wir in so einem Überfluss, dass wir oft gar nicht mehr merken, auf wie viele Dinge wir eigentlich verzichten könnten – und trotzdem ganz normal weiterleben würden.

        Dann fahr ich halt mal ein Jahr nicht in den Urlaub, geh nicht mehr auswärts essen oder ins Kino, kündige Netflix, Zeitungsabos, überteuerte Handyverträge, Fitnesstudio und spare eine ganze Menge. Und für diejenigen, die jetzt kommen und sagen “Dann hab ich ja gar keine Lebensqualität mehr und kann gar nichts mehr machen.” Ja. Und? Ich war damals gerne bereit, für eine gewisse Zeit auf alles zu verzichten, da ich wusste, dass es sich lohnen wird. Frag mich mal heute, ob es sich gelohnt hat und ob ich es jederzeit wieder so machen würde… 😉

        Es ist alles eine Frage von Prioritäten. Wer Ausreden erfindet, warum er auf dies und jenes nicht verzichten kann, belügt sich selbst und will sein Leben einfach gar nicht wirklich verändern und sich selbstständig machen.

        Liebe Grüße,
        Nadine

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